MFH Schärli
Verfolgen Sie hier die gesamte Bauzeit des Mehrfamilienhauses Schärli in Wolhusen.
2. Oktober 2026
Nachdem man mit dem Sickerbeton fertig war, hat man zunächst ein Gerüst für die Fundamentplatte erstellt.
Das Gerüst ist aus Holzplatten und ist auch direkt auf der Höhe angepasst, wie später der Beton aufgefüllt wird. Die Fundamentplatte wird aus Stahlbeton gemacht.
Stahlbeton wird aus Beton und Bewehrungsstahl hergestellt.
Auf ein Gebäude wirken verschiedene Lasten, zum einen die veränderlichen Lasten und zum anderen die ständigen Lasten. Zu den veränderlichen Lasten zählen Wind, Schnee und Nutzungslasten (z.B Möbel). Zu den ständigen Lasten gehören Auflasten (z.B Fliessen), Eigenlasten (eigen Gewicht vom Rohbau) und Erddruck. Durch diese Lasten muss man bei den benutzten Baustoffen darauf achten, dass sie an genügend Druckfestigkeit und Zugfestigkeit verfügen. Mineralische Baustoffe wie Beton oder Kalksandstein verfügen von viel Druckfestigkeit, hingegen wenig Zugfestigkeit. Bewehrungsstahl verfügt aber von viel Zugfestigkeit aber wenig Druckfestigkeit. Aus diesem Grund gibt es Stahlbeton, der Beton nimmt die Druckfestigkeit auf und der Bewehrungsstahl nimmt die Zugfestigkeit auf.
Das Verarbeiten von Beton ist kein Problem, auch wenn es regnet. Beim anmischen vom Beton achtet man einfach auf den Wasserzementwert, wenn es regnet, mischt man weniger Wasser unter den Zement. Wenn man diesen Wert nicht anpassen würde, dauert es länger bis den Beton trocken ist und er verliert an seiner Standfestigkeit.
Bei dem Gerät mit den roten Beinen handelt es sich um ein Tachymeter. Es dient dazu, Entfernungen und Winkel präzise zu messen. Es misst Punkte vom Bauplan auf die Baustelle ein. Es zeigt dem Arbeiter genau wo z.B. ein Fundament gegossen, oder eine Wand gebaut wird.
Das Gerät mit den gelben Beinen ist ebenfalls ein Tachymeter, jedoch muss man es Manuell bedienen.
23. September 2026
Der Erdaushub wurde beendet.
Wie man auf den Bildern erkennen kann, wird der Sickerbeton entlang des Aushubs erstellt.
Sickerbeton besteht aus Grobem Kies oder Splitt, welches zunächst mit Zement und Wasser in einem Fahrmischer vermengt wird. Der Fahrmischer dreht sich während der Fahrt zu der Baustelle, dies stellt sicher, dass der Sickerbeton nicht frühzeitig erstarrt und die Bestandteile vermischt bleiben.
Der Sickerbeton dient in erster Linie dazu, Wasser durchzulassen.
Da er hauptsächlich aus Gestein Körnung besteht, entsteht so ein Poröses Gefüge mit vielen Hohlräumen, durch welche das Wasser schnell abfliessen kann. Dadurch kann sich kein Stauwasser ansammeln. Sonst besteht die Gefahr, das Wasser im Winter Gefrieren und so den Beton beschädigen kann.
Beim Aushub wird die Stelle für den Sickerbeton mit Schalungsplatten abgetrennt.
Der Sickerbeton wird dann vom Fahrmischer in den Betonkübel geschüttet, welcher mit Hilfe von einem Kran den Sickerbeton zu den Abtrennungen von den Schalungsplatten, transportiert. Der Sickerbeton wird dann zuletzt manuell, von einem Bauarbeiter eingebracht.
8. September 2026
Das Haus wurde jetzt vollständig abgerissen und der Aushub hat begonnen.
Der Weg des Aushubs hängt von seiner Qualität und Sauberkeit ab. Als erstes muss der Aushub, bevor er abtransportiert wird, sortenrein getrennt werden. Dies ist so, da der Oberboden (Humus), Unterboden (tiefere Erdschicht) und felsiges Ausbruchmaterial nicht miteinander oder mit Fremdstoffen vermischt werden dürfen.
Nach der Trennung gibt es 3 Hauptwege für den sauberen Erdaushub.
1) Die direkte Wiederverwendung vor Ort: z.B für spätere Garten- und Terraingestaltungen.
2) Die Aushubwaschanlagen und das Baustoffrecycling: Aushub wird in speziellen Waschanlagen sortiert und aufbereitet. Aus dem enthaltenen Kies und Sand werden wieder sekundäre Baustoffe gewonnen.
3) Auffüllung von Kiesgruben und Steinbrüchen: Der grösste Teil des sauberen Aushubs wird zu ehemaligen Abbaugebieten transportiert, um diese wieder aufzufüllen und u rekultivieren.
Der Erdaushub von dieser Baustelle wird zur Sigrist Kiesgrube gebracht, welche sich in der Nähe der Baustelle befindet. Dies ist absichtlich so, da dies weniger CO2 ausstösst und die Umwelt weniger belastet wird.
Pro Kubikmeter an Erdaushub bezahlt man ca. 20 CHF bis 50 CHF für die Deponierung. Bei einem Klassischem Mehrfamilienhaus (MFH) sind das ca. 2’750 Kubikmeter. Dieses Volumen mal dem durchschnittlichen Deponie Preis von 35 CHF pro Kubikmeter ergibt für den gesamten Aushub, Kosten in der höhe von ca. 96’250 CHF.
25. August 2026
Mit dem Start des Abrisses hat das Projekt Fahrt aufgenommen.
Ein Teil vom Dach und die Ziegelsteine wurden von Hand entfernt sowie der Kamin, wie man auf dem einen Bild sehen kann. Während dem Abriss werden die verschiedenen Baustoffe sortiert und wenn möglich, wiederverwendet oder recycelt. Das schont Ressourcen, spart CO2 und reduziert natürlich Bauabfälle. Die Wiederverwendung und das Recyceln lassen sich hier ganz einfach unterscheiden.
Bei der Wiederverwendung werden die Ziegelsteine/Backsteine, einzeln befreit und danach als ganze Steine verbaut, z.B für einen Sichtschutz in einem Garten.
Wenn die Ziegelsteine/Backsteine jedoch beschädigt sind, werden diese in einer Brechanlage zu Ziegelsplitt oder Ziegelmehl zermahlen. Diese Materialien werden dann z.B als Untergrund im Strassenbau oder als roter Belag für Tennisplätze gebraucht.
In den folgenden Tagen wird der Abriss beendet und die Bauarbeiten, für den Aushub, starten.
11. August 2026
Dieses Einfamilienhaus in Wolhusen wird abgerissen und ein neues Mehrfamilienhaus mit vier Wohnungen gebaut. Die Bauarbeiten werden demnächst mit dem Abriss beginnen.
Wir freuen uns die Familie Schärli auf diesem Vorhaben zu begleiten und wünschen Ihnen eine frohe und erfolgreiche Bauzeit.